Künstleragentur

Ludwig

Eins mal vorneweg: Diese Band heißt „Ludwig“, ganz einfach „Ludwig“. Sie heißt nicht „Wir sind Ludwig“, „L wie Ludwig“, oder welche Kombinationen mit dem Namen Ludwig sonst noch so zu hören und zu lesen waren und sind, sondern schlicht und ergreifend „Ludwig“! Und das erste Album heißt „L wie Ludwig mal anders“! So, das musste mal gesagt werden!
Hinter diesem prägnanten, gerade in Bayern sehr gebräuchlichen Namen, verbirgt sich gewissermaßen eine bayrische, mit Sicherheit aber eine Erdinger Rock-Legende, nämlich Peter „Brezn“ Feller. Feller war einst Lead-Gitarrist und musikalische Triebfeder der, zumindest im Erdinger Land, immer noch legendären Band „Sigurd Kämpft“. Diese Truppe hatte es Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, fast bis ganz nach oben in der deutschsprachigen Rock-Szene geschafft – dann löste sie sich plötzlich auf.
„Sigurd kämpft“ waren Pioniere. Sie waren die ersten, die anarchisch-dadaistische bairische Texte in einen schrägen, Wave-beeinflussten musikalischen Kontext brachten und damit auch noch Erfolg hatten. Nachdem die abrupte Trennung dem Hype ein Ende gesetzt hatte, zog sich Peter Feller als Musiker etwas in den Hintergrund zurück. Er hatte zwar immer das eine oder andere Bandprojekt am Laufen, doch lange Zeit lag der Fokus eher auf der Produzententätigkeit im eigenen Tonstudio.
Doch irgendwann, so scheint es, drängte es ihn mit Macht ins Rampenlicht zurück und er formierte die Band „Ludwig“, in der er jetzt nicht als Gitarrist und Songschreiber sondern auch, man höre und staune, als Lead-Sänger fungiert. Obwohl Feller auch in der Vergangenheit einige (wenige) Gigs als Sänger absolvierte, hat er doch vor allem einen Ruf als vorzüglicher Gitarrist, der sich durch seine stilistische Eigenständigkeit aus der Menge der technisch versierten Guitarreros hervorhebt. Dass er jetzt ein ganzes Album als Sänger herausbringt, ist ein echtes Novum.
Wer bei „Ludwig“, ob auf der Bühne oder auf der CD „L wie Ludwig mal anders“, eine Neuauflage von „Sigurd“ erwartet hat, sieht sich getäuscht. Zum einen schreibt und singt Peter Feller seine Texte nicht auf Bairisch, sondern auf Deutsch. Zum anderen haben auch die Textinhalte nichts mit dem abgefahrenen Agitprop von „Sigurd kämpft“ (deren Haupttexter im Übrigen Drummer Hans „Limo“ Lechner war) gemein. Fellers aktuelle Songs befassen sich zum größten Teil mit Alltagsbegebenheiten, die mal ironisch, mal melancholisch kommentiert werden und mit Selbstreflexionen, die mal „grantelnd“, mal bitter-süß oder wehmütig daherkommen. Niemand, am wenigsten er selber, würde Peter Feller als „großen Sänger“ betiteln, doch gerade eine gewisse „Anti-Sänger-Attitüde“ verleihen den Songs unprätentiöse Glaubwürdigkeit. Es zeigt sich wieder, dass man im Rock ‘n‘ Roll keine große Stimme haben muss, sondern dass es vielmehr auf die Haltung ankommt, die man beim Singen einnimmt.

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Ludwig auf Tour

t.b.a.

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